Ca2+-Signale:
Molekulare Mechanismen und Integrative Funktionen
Sonder­forschungs­bereich 894

Teilprojekt A8 - Jutta Engel

Calcium-Kanal-Komplexe in inneren Haarsinneszellen

Spannungsgesteuerte Ca2+-Kanäle innerer Haarsinneszellen (IHZ) vermitteln Schallinduzierte Transmitterfreisetzung. Vor Hörbeginn werden die Ca2+-Kanäle transient zur Erzeugung von Ca2+-Aktionspotentialen und die Expression bestimmter Gene heraufreguliert. Sind Ca2+-Ströme von Geburt an reduziert, verursacht dies einen gestörten Phänotyp der IHZ und Hörverlust. Die Ca2+-Kanäle von IHZ bestehen aus der Poren-Untereinheit Cav1.3, die überwiegend mit den Hilfsuntereinheiten β2 und α2δKanalkomplexe bildet, und haben ungewöhnliche Aktivierungs- und Inaktivierungseigenschaften.

Wir werden die Rolle von Spleißvarianten von Cav1.3 und Cavβ2 für Ca2+-Ströme und die Funktionen von IHZ untersuchen. Die kürzlich entdeckte Rolle von α2δ2 bei der Kopplung von präsynaptischen Cav1.3-Kanälen mit postsynaptischen Proteinen werden wir im Detail erforschen. Durch Verwendung konditionaler (Cre-loxP) Mausmodelle mit Deletion von Cav1.3, Cavβ2 oder α2δin IHZ vor Geburt oder um Hörbeginn werden wir deren Bedeutung für die Entwicklung und den reifen Phänotyp der IHZ analysieren. Dafür werden wir elektrophysiologische, molekularbiologische, hochauflösende Immunfluoreszenz-Techniken und Hörmessungen verwenden.